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Familienzentren

Vielseitig und lebendig – Familienzentren bieten Kindern und Erwachsenen tolle Angebote

Yoga für Schwangere, Krabbelgruppen, Familienfrühstück und Eltern-Kind-Turnen – Angebote wie diese sind typisch für ein Familienzentrum. Es ist ein idealer Ort für Eltern und Kinder, um Kontakte zu knüpfen. Hier gibt es bei Bedarf auch Rat und Unterstützung und das ganz unkompliziert. Meist ist das Angebot der Familienzentren auf Kinder bis zwölf Jahre ausgerichtet. Kleinere Einrichtungen konzentrieren sich oft eher auf Eltern von Kleinkindern. Familienzentren werden häufig von Städten und Gemeinden gefördert, da sie helfen, die Vorgaben des Bundeskinderschutzgesetzes zu erfüllen: Die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Bildung und Beratung spielen dabei eine wichtige Rolle. Fachleute sprechen von einem „niedrigschwelligen Angebot“.

 

Chance für alle Generationen

Von diesem Angebot profitieren nicht nur Kinder, Eltern und Großeltern, sondern auch Menschen, die Lust haben, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Grenzen zwischen einem Familienzentrum und Mehrgenerationenhäusern sind fließend. Sie sind Orte der Begegnung und bieten eine Plattform für Eigeninitiative und die Bildung von Netzwerken. Das generationenübergreifende Miteinander ergibt sich oft von selbst, denn nicht nur Eltern nutzen die Angebote gemeinsam mit ihren Kindern, sondern auch Großeltern mit ihren Enkelkindern.
Je nach Bundesland heißen die Zentren für Familien unterschiedlich. Oft sind sie an Kitas, Mütterzentren oder Familienbildungsstätten angedockt. In Potsdam gibt es derzeit fünf Einrichtungen, die Familien mit Angeboten und Beratungen unterstützen. Zwei von ihnen, das EJF-Familienzentrum Bisamkiez am Schlaatz und das Eltern-Kind-Zentrum der AWO am Stern, werden von der Stadt als Familienzentrum gefördert.

 

Ressourcen nutzen

Das EJF-Familienzentrum Bisamkiez, das bis Sommer 2014 in der Trägerschaft des Diakonischen Werks Potsdam war, existiert seit 2006. Außer der täglich stattfindenden Spielgruppe für Kinder bis zu drei Jahren gibt es wöchentliche Angebote wie das offene Spielzimmer, die Mitmachküche und das Familiencafé. Da im gleichen Haus ein Kinderclub untergebracht ist, beschränken sich die Angebote auf Familien mit Kindern bis zu fünf Jahren. Die tägliche Spielgruppe wird sozialpädagogisch betreut und ist für Kinder ohne Kita-Platz vorgesehen. Hierfür muss ein Antrag beim Jugendamt gestellt werden. Das Angebot des Familienzentrums wird nach Bedarf zusammengestellt. Dafür gibt es ein großes Netz an Kooperationspartnern. „Wir gehen davon aus, dass jeder etwas kann und mitbringt. Jede Mutter und jeder Vater ist Experte für das eigene Kind. Wir wollen die Ressourcen und Fähigkeiten aller fördern und nutzen“, erklärt Leiterin Beate Hänsel ihren Ansatz. „Wir sind eine Plattform für Netzwerke und Freundschaften, bauen Vertrauen zu den Eltern auf und bieten ihnen auf Wunsch pädagogische Beratung an.“

 

Tauschbörse und Kulturaustausch

Auch das Eltern-Kind-Zentrum der AWO startete 2006. Die Beratungs- und Bildungsangebote richten sich nach den Wünschen der Eltern. „Wir machen einmal jährlich eine Elternbefragung und haben einen Meinungsbriefkasten für Anregungen“, sagt Anne Rahm. Angebote wie das Elterncafé sind gratis und ohne Anmeldung. Für Eltern-Kind-Sportkurse und -Schwimmkurse gibt es mittlerweile Wartelisten. Es gibt wechselnde Angebote und Kurse zu den Themen Erziehung, Gesundheit, Kommunikation und Einkommen, eine Tauschbörse für Spielzeug, Schulsachen und Kleidung für Kinder und Jugendliche sowie ärztliche Beratungen in Kooperation mit dem Gesundheitsamt. In der Spielgruppe afro-deutscher Kinder spielt der Austausch der Traditionen und Kulturen der Herkunftsländer der Eltern eine wichtige Rolle. Auch der Familientreff Krabbelkäfer in Babelsberg mit seinen verschiedenen Eltern-Kind-Gruppen gehört zum Eltern-Kind-Zentrum dazu. Hier gibt es sogar einen Vätertreff und einen Zwillingstreff.

 

Menschen zusammenbringen

Auch der Treffpunkt Freizeit am Neuen Garten erfüllt die Aufgaben eines Familienzentrums und hat deshalb bei der Stadt einen Antrag auf Förderung gestellt. „Wir sind sehr optimistisch, dass der Antrag noch vor dem Sommer bewilligt wird“, sagt Uwe Rühling, pädagogischer Leiter des Mehrgenerationenhauses, das seit 2011 in der Trägerschaft der gemeinnützigen Gesellschaft für Kultur, Begegnung und soziale Arbeit in Potsdam ist. Durch die Zusammenarbeit mit anderen freien Trägern, Vereinen, Initiativen und Anbietern ist ein buntes und lebendiges Programm entstanden. Jeder, der will, kann sich mit seinen Ideen aktiv beteiligen. Es gibt Werkstätten für Holz-, Keramik- und Näharbeiten, einen Gemeinschaftsgarten, Sport-, Tanz-, Theater- und Musikangebote, Familienfeste, eine tägliche Spielgruppe für Kleinkinder und ein Familiencafé sowie Angebote für Jugendliche. Außerdem finden regelmäßig Beratungen statt. „Es gibt in der Stadt unglaublich viele Angebote. Manchmal reicht es auch, die Leute einfach zusammenzubringen“, sagt Rühling. Er möchte das Programm noch weiter ausbauen und professionalisieren. „Als gefördertes Familienzentrum würden wir noch mehr Elternkurse anbieten.“

 

Grüne Oase für Familien

Auf dem Spielplatz mit den Kindern buddeln, gemeinsam klettern oder den Kids beim Skateboard- oder BMX-Rad-Fahren auf dem Funsportplatz zuschauen – das Jugendkultur- und Familienzentrum Lindenpark der Stiftung SPI ist für alle Altersgruppen attraktiv. Das großzügige grüne Außengelände bietet Familien viele Möglichkeiten, etwas gemeinsam zu machen oder auch einfach mal ganz ohne Programm zusammen zu sein und Spaß zu haben. Die Angebote in den Bereichen Kultur, Bildung und Bewegung für Kinder und Familien nehmen die Wünsche und Anregungen der Familien auf. „Der ganzheitliche Ansatz unserer Bildungsangebote bezieht alle Familienmitglieder mit ein. Die Teamer gehen wertschätzend mit den Voraussetzungen der Kinder und Eltern um und versuchen, Entwicklungspotenziale zu stärken“, sagt Kathrin Finke-Jetschmanegg, Koordinatorin für Kinder und Familie im Lindenpark. Jeden Sonntag gibt es kulturelle Angebote für Kinder und Familien. Die großen Feste im Jahreszeitenverlauf spiegeln die kulturelle Vielfalt Potsdamer Familien wider. Auch die Lebensweltorientierung der Eltern ist dem Lindenpark-Team wichtig. Es unterstützt deshalb mit Veranstaltungen das Netzwerk „Single mit Kind“ und, so wie auch der Treffpunkt Freizeit, das „Patchwork Familien Netzwerk Potsdam“.

 

Schwerpunkt Elternberatung

Eher untypisch ist das Familienzentrum an der Fachhochschule Potsdam, das vor allem Eltern von Säuglingen und Kleinkindern bis zu drei Jahren unterstützt und berät. Als Elternberatungsstelle gibt es die Einrichtung bereits seit 1997. Später kam die Qualifizierung von Fachkräften in der Eltern-Kind-Beratung hinzu. Das Familienzentrum an der FH bietet eine Eltern-Kind-Gruppe und Elternabende zu Themen wie Schlafen, Grenzen setzen, Angst und Aggression, Trennung und Scheidung oder zu Patchwork-Familien an. „Seit einem halben Jahr bieten wir auch eine anonyme Beratung an“, sagt die Psychologin und Pädagogin Bärbel Derksen. Wer Rat und Hilfe braucht, kann ohne Abstimmung mit dem Jugendamt kommen. Ein besonderer Service sind die Hausbesuche. Für Mütter, die nach der Geburt depressiv sind, oder Eltern von Schreibabys, die sich nicht durch Termine unter zusätzlichen Druck setzen lassen wollen, sei das eine gute Lösung. Ein Eltern-Café gibt es nicht – aus Platzgründen. Das könnte sich mit dem für 2017 geplanten Umzug in die Neubauten der Fachhochschule ändern.

 

Immer mehr Familienzentren im Landkreis

Auch in Potsdam-Mittelmark ist das Angebot an Familienzentren groß. Der Landkreis fördert den flächendeckenden Ausbau von Familienzentren und hat seit 2005 zwölf Familienzentren unterschiedlicher Größe (anfangs auch unter dem Namen Eltern-Kind-Zentrum) eingerichtet. Auch hier sind bei großen Häusern die Grenzen zum Mehrgenerationenhaus fließend. Das ist vom Landkreis durchaus gewollt. Die „Begegnungsorte für Familien vor Ort“ haben als Themen veränderte Lebenswelten und Familienformen, den demografischen Wandel, Veränderungen in der sozialen Infrastruktur, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Migration sowie Fragen der Mobilität, gerade in ländlichen Regionen. Für Eltern in schwierigen Lebenssituationen gibt es auch Erstberatungen.

 

Flexibles Angebot

Das Familienzentrum Philantow in Teltow ist so ein Familienzentrum, das gleichzeitig Mehrgenerationenhaus ist. Die städtische Einrichtung gibt es seit 2006, und sie ist mit ihrem Angebot immer im Fluss, wie Leiterin Nadine Ganzert betont. Junge Familien mit Babys und Kleinkindern kommen auch nach Jahren immer wieder gern ins Philantow. Das Programm reicht von Sport- und Kreativangeboten für Familien über Musikkurse für Kids, Teens und Erwachsene bis zur Erziehungsberatung, Schreiambulanz und Angeboten für Eltern in Trennung. Eltern mit kleinen Kindern besuchen gern die verschiedenen Eltern-Kind-Gruppen, für ältere Kinder sind etwa Hausaufgabenbetreuung oder Babysitterkurse interessant. Beliebt sind auch das Familiencafé, das Spielzimmer, die Spielenachmittage und die Büchertauschbörse.

 

Ermutigung und Inspiration

Obwohl das Familienzentrum Schwielowsee in Caputh nur eine kleine Etage im Dachgeschoss zur Verfügung hat, richtet sich das Angebot an alle Generationen. Die Einrichtung der Soziale Hilfen in Berlin/Brandenburg (SHBB) feiert im Mai einjähriges Bestehen. Leiterin Anna Töpfer möchte Familien mit Rat und Tat zu Seite stehen und einen Austausch ermöglichen. Es gibt ein wöchentliches Familiencafé, Babymassagekurse, ein monatliches Schwangerenfrühstück, Elternabende zu Themen wie Erste Hilfe am Kind oder Geschwisterstreit. Die Angebote richten sich sowohl an Eltern als auch Großeltern. Zudem gibt es einen Spielenachmittag für Senioren und monatlich ein begleitetes Treffen für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz. „Wir laden ein, wir ermutigen, wir inspirieren“, fasst Töpfer die Philosophie ihres Familienzentrums zusammen.

 

Ortsnahe Angebote

Gleich drei der Familienzentren in Potsdam-Mittelmark werden vom Verein Job betrieben. Das Familienzentrum Beelitz eröffnete 2008, ein Jahr später kam das Familienzentrum Werder hinzu. 2012 ging das Familienzentrum Borkheide-Borkwalde in Betrieb, das Räume in der Kita „Sonnenschein“ in Borkheide und in der Kita „Regenbogen“ in Borkwalde hat. „Auch kleine Gemeinden sollen von Angeboten vor Ort profitieren“, erklärt Leiterin Nadine Wilke die zwei Standorte. Eine Besonderheit in Werder ist das Café für sehr junge Eltern (Schwangere und werdende Eltern bis 22 Jahre). „Wir möchten Vertrauen aufbauen, damit Eltern sich trauen, Themen anzusprechen, die sie bewegen“, sagt Koordinatorin Stefanie Lubitz. Sie will Eltern dadurch vor allem Ruhe und Selbstvertrauen geben und sie dazu ermuntern, auf ihre Intuition zu hören. „Wir sehen uns auch als Türöffner und Plattform für Netzwerke.“ Das sei nicht nur für hilfesuchende Eltern wertvoll, sondern werde auch von vielen Zuzüglern genutzt. (Maren Herbst)

 

Kontakte

EJF-Familienzentrum Bisamkiez
Beate Hänsel, 0331.817 12 63, haensel.beate@ejf.de

 

Eltern-Kind-Zentrum der AWO Kinder- und Jugendhilfe
Anja Haseloff und Anne Rahm, 0331.600 87 73
www.awo-potsdam.de/einrichtungen-und-dienste/kinder-jugendliche/eltern-kind-zentrum.html

 

Familienzentrum an der Fachhochschule Potsdam
Bärbel Derksen, 0331.270 05 74
www.familienzentrum-potsdam.de

 

Familienzentrum Beelitz
Claudia Weißgrab, 033204.43 47 32
www.job-ev.de/FZ-Beelitz

 

Familienzentrum Borkheide-Borkwalde
Nadine Wilke, 0176.10 04 98 25
www.job-ev.de/FZ-BHBW

 

Familienzentrum Philantow
Nadine Ganzert, 03328.47 01 40
www.philantow.de

 

Familienzentrum Werder
Stefanie Lubitz, 0176.10 02 00 86
www.job-ev.de/FZ-Werder

 

Jugendkultur- und Familienzentrum Lindenpark
Kathrin Finke-Jetschmanegg, 0331.747 97 12
www.lindenpark.de

 

SHBB-Familienzentrum Schwielowsee
Anna Töpfer, 033209.20 39 11
www.familienzentrum-schwielowsee.de

 

Treffpunkt Freizeit
Uwe Rühling, 0331.50 58 60 12
www.treffpunktfreizeit.de

 

Bundesverband der Familienzentren e.V. (BVdFZ)
Positionspapier des Bundesverbandes der Familienzentren e.V. (BVdFZ)

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