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Emys – ein Sachbuchpreis aus Potsdam für Titel aus der Kinder- und Jugendliteratur

Preisträger, Empfehlungen der Jury und weitere Informationen finden Sie unter: www.emys-buchpreis.de

 

Der Preisträger September 2017

CoverDas Ei

Das Ei ist Leben. Das Ei ist Ursprung. Ein Ei kann klein sein, es kann aber auch groß, zerbrechlich oder unzerbrechlich sein. Das Ei ist ein Wunder der Natur. Es besitzt für alle Menschen große Anziehungskraft und Faszination. Ist es mit seiner perfekten Form, seinen Farben und ebenmäßigen Oberflächen vielleicht der vollkommenste Gegenstand des Universums? Antworten zu vielen Fragen rund um das Ei offeriert Autorin und Illustratorin Britta Teckentrup in dem Buch „Das Ei“. Auf 96 Seiten erklärt sie unter anderem, woraus Eier eigentlich bestehen, welche Farben und Größen es gibt und schließlich, was in ihnen passiert. Die Lektüre des grafisch sehr ansprechenden Buches bietet einen faszinierenden Streifzug durch die Welt der Eier. Leicht verständlich und wissenschaftlich korrekt dargestellt, lässt Britta Teckentrup einerseits die Leser*innen spannende naturwissenschaftliche Informationen zu Farben und Formen der Eier erfahren, zu Tieren, Insekten, Reptilien oder Vögeln. Andererseits lenkt sie den Blick des Lesenden auch auf interessante Themen der Mythologie, Legenden und Religionen sowie auf kulturelle Bedeutungen – von den Oster- über die goldenen Glückseier oder die historische Fabergé-Eier-Kunst. Ein einzigartiges, sehr kunst- und liebevoll editiertes Buch, das sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht. Das Thema Ei wird auf künstlerisch hohem Niveau mit einfacher, verständlicher Sprache bearbeitet. Ein Buch, das man immer wieder in die Hand nimmt. (Ronald Gohr)
Britta Teckentrup: Das Ei, Prestel Verlag 2017, 96 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-7913-7286-0, ab 6 Jahren

Der Preisträger August 2017

CoverDie unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere

Mit bloßen Augen können wir sie nicht sehen. Aber sie sind da. Einzeller, Protozoen und Pantoffeltierchen – für uns unsichtbare Kleinstlebewesen, die unsere Umwelt bevölkern. Die Autoren Hélène Rajcak und Damien Laverdunt geben in ihrem Buch „Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere“ einen Einblick in den Mikrokosmos. Auf dem Küchenboden, in der Bettwäsche, am Meeresstrand oder im Waldboden, sogar auf der Haut finden wir eine unglaubliche Vielfalt mikroskopisch kleiner Tiere, von denen einige noch nicht einmal erforscht sind. Die Autoren schauen in verschiedene Mikrolebensräume und stellen diese auf großartigen Bildtafeln visuell dar. Manche der teilweise sehr merkwürdig aussehenden Tiere sind Parasiten, andere Räuber. Sie schweifen frei umher oder haften an einer Oberfläche und haben alle ganz unterschiedliche Lebensweisen. Zudem sind sie für das Leben auf der Erde unverzichtbar: zum Beispiel beim Recycling unsere Abfälle und der Entstehung fruchtbaren Bodens. Den Autoren gelingt es, diese vor Leben wimmelnden Mikroökosysteme präzise und wissenschaftlich genau darzustellen – ein Einblick in eine andere Welt. Die Texte sind klar und schnörkellos formuliert. Ein umfangreiches Lexikon im Anhang, mit einem historischen Rückblick in die Welt der Mikroskopie, rundet dieses Sachbuch hervorragend ab. Für die EMYS-Jury ein klarer Preisträger für den August! (Dr. Ulrike Clausen)
Damien Laverdunt und Hélène Rajcak: Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere, Jacoby & Stuart 2017, 36 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3-946593-27-0, ab 9 Jahren

Der Preisträger Juli 2017

CoverWeltgeschichte für junge Leserinnen

In der Weltgeschichte haben Frauen eine wichtige Rolle gespielt. Nicht etwa als Unterstützerinnen ihrer Männer, sondern als Heldinnen, Tyranninnen, Philosophinnen und vieles mehr. Wir finden dies viel zu wenig in unseren klassischen Geschichtsbüchern. Dort wurden nämlich über Jahrtausende hinweg diese Werke, Taten und Errungenschaften ignoriert. Das Sachbuch „Weltgeschichte für junge Leserinnen“ von Ute Daenschel und Kerstin Lücker ergänzt die Geschichte der Menschheit um einige dieser nicht ganz so berühmten, nichtsdestotrotz wichtigen Frauen, stellt die Zusammenhänge und das gemeinsame Wirken mit berühmten Männern und wichtigen geschichtlichen Ereignissen dar und vervollständigt so das Bild unserer Weltgeschichte: von Malintzin, ohne deren Hilfe die Spanier Mexiko nicht erobert hätten, von Wu-Zetian, die als „chinesischer Kaiser“ dazu beitrug, den Buddhismus in China zu verbreiten und von Ada Lovelace, die das erste Computerprogramm schrieb. Dabei sind die geschichtlichen Vorgänge – ohne ihrerseits einseitig zu werden – so gut und lebendig beschrieben und sachlich fundiert, dass es Spaß macht, sich diesen Ausschnitt der Weltgeschichte anzuschauen. Es stellt sich allerdings die Frage, warum das Buch nur für Leserinnen sein soll – geschichtsinteressier­te Jungen können von dieser vervollständigten Perspektive nur profitieren. (Nicole Luft)
Ute Daenschel, Kerstin Lücker: Weltgeschichte für junge Leserinnen, Kein & Aber Verlag 2017, 528 Seiten, 25 Euro, ab 12 Jahren

Der Preisträger Juni 2017

CoverDer Dominoeffekt oder Die unsichtbaren Fäden der Natur

Eigentlich wollten sie nur die fiesen Mücken bekämpfen, die gefährliche Krankheiten wie Malaria übertragen. Am Ende aber stürzten auf der Insel Borneo Dutzende Bambushäuser ein. Denn das Gift, mit dem Forscher gegen die Plagegeister vorgegangen waren, tötete nicht nur Mücken, sondern auch Wespen, die wiederum gefräßige Raupen in Schach hielten. Ohne Wespen hatte sich deren Zahl dramatisch erhöht, und so machten die sich nun über das Dachgebälk der Häuser her … Ein Beispiel, das zeigt: In der Natur ist alles mit allem verwoben, sie ist ein komplexes Gebilde mit für uns meist unsichtbaren Verbindungen und Abhängigkeiten. Funkt der Mensch – aus Dummheit oder Habgier – dazwischen, kann vieles durcheinander geraten, mit weitreichenden Folgen. Wie die bei einem Dominostein verursachte Kettenreaktion kann sich durch das menschliche Eingreifen sogar das Weltgeschehen ändern – positiv oder negativ. Dieses Buch erzählt 18 solcher wahren Geschichten, in denen kleine Taten Unvorhergesehenes oder gar großes Unglück verursachten. Schmetterlinge, Mistkäfer, Kaninchen, Bienen, Spinnen, Fledermäuse oder Fruchtfliegen – man wird immer wieder überrascht, wie wichtig selbst die kleinen Tiere sind. Ein schlaues und zugleich so spannendes Buch mit gelungenen und anspruchs­vollen Illustrationen. Diesem Sachbuch ist es gelungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und historische Fakten spannend darzustellen und klarzumachen, dass wir Menschen die Verantwortung für den Erhalt des natürlichen Gleichgewichts unserer Erde tragen. (Dr. Ulrike Clausen)
Gianumberto Accinelli: Der Dominoeffekt oder Die unsichtbaren Fäden der Natur, Sauerländer, 19,99 Euro, 128 Seiten, ab 9 Jahren

Der Preisträger Mai 2017

CoverWieso sind die alle nackt?

Kunstwerke geben einem manchmal Rätsel auf und hinterlassen beim Betrachtenden oft Fragen: Warum ist ein Bild mit einfachen Rechtecken und Kreisen viele Tausend Euro wert? Das kann doch jedes Kind malen! Oder: Was ist so kunstvoll an einem riesigen Haufen Bonbons, der in einer Ecke liegt? Unser EMYS-Sachbuchpreisträger im Mai „Wieso sind die alle nackt?“ von Susie Hodge gibt Antworten auf Kunstfragen, die man sich stellt, aber nicht traut, laut auszusprechen, um nicht für einen Kunstbanausen gehalten zu werden. Die Autorin zeigt auf unterhaltsame Weise und kindgerecht, was es mit der Kunst auf sich hat und dass ein Museumsbesuch – gerade für die junge Generation – durchaus interessant statt todlangweilig sein kann. Anhand kurzer Texte, zahlreicher Abbildungen und Zeichnungen thematisiert das Buch die bunte Vielfalt der Kunst: von der Höhlenmalerei bis hin zur modernen Performance. Dabei stellt man schnell fest, dass Kunst uns dazu bringen soll, auch mal ganz anders zu denken, Sachverhalte aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dieser optisch sehr ansprechend gestaltete Titel stellt sich auf knapp 100 Seiten den Fragen im Kunstkontext und versucht, ein erweitertes Bild von Kunst zu geben. Ein Kunst-Sachbuch für Kinder und Jugendliche, das anregt, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu beurteilen und die Neugier zum Weiterdenken weckt. (Dr. Ulrike Clausen)
Susie Hodge: Wieso sind die alle nackt? Und andere spannende Fragen zur Kunst, Knesebeck Verlag 2017, 96 Seiten, 14,95 Euro, ab 8 Jahren

Der Preisträger April 2017

CoverJa, ich habe meine Tage! So what?

Clara Henry ging es, wie vermutlich den meisten Mädchen, wenn sie das erste Mal ihre Tage bekommen. Sie wurde davon überrascht und fühlte sich alleingelassen und überfordert. In frischem Ton und vollkommen unbeeindruckt davon, was man – oder frau – sagt oder nicht sagt, spricht die 21-jährige schwedische Bloggerin und Youtuberin Wahrheiten aus, die Generationen von Mädchen nur heimlich und hinter vorgehaltener Hand geflüstert haben. Es geht um Tampons und Binden, um blutige Unterhosen und Flecken auf den Jeans. Tabus werden kurzerhand beiseite geräumt, Tatsachen ausgesprochen und Wissen vermittelt, das junge Mädchen sonst nirgendwo in so geballter Form finden. Mit sehr detaillierten Erklärungen und zahlreichen Tipps und Tricks nimmt die Autorin ihre Leserinnen an die Hand und unterstützt bei diversen Problemen, wie zum Beispiel Regelschmerzen, Endometriose, PMS und vielem mehr. Gleichzeitig beschreibt sie, was während der Menstruation mit dem Körper passiert und wieso das zum Erwachsenwerden einfach dazugehört. Mit ein paar geschichtlichen und kulturellen Fakten wird das Thema abgerundet. Die witzigen Illustrationen passen ganz zum lockeren Stil des Buches. Die EMYS-Jury ist sich einig: „Ja, ich habe meine Tage! So what?“ ist ein Titel, den jedes junge pubertierende Mädchen in die Hand bekommen sollte. (Dr. Ulrike Clausen)
Clara Henry: Ja, ich habe meine Tage! So what?, illustriert von Li Söderberg, übersetzt aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps, Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 2016, 191 Seiten, ISBN 978-3-407-86430-7, 16,95 Euro,
ab 10 Jahren

Der Preisträger März 2017

CoverEin Blick in die deutsche Geschichte

„Migration“ ist ein Thema, das nicht erst seit 2015 in den Fokus der Gesellschaft gerückt ist. Prof. Dr. Jochen Oltmer, Experte auf dem Gebiet der Mi­grationsgeschichte in Deutschland, und der Lehrer Dr. Nikolaus Barbian zeichnen in ihrem Buch „Ein Blick in die deutsche Geschichte. Vom Ein- und Auswandern“ die historischen Wurzeln nach und schauen auf 150 Jahre Migrationsgeschichte zurück. Menschen wandern nach Deutschland ein oder suchen ihr Glück in einem anderen Land – das ist nicht neu. Seit Bestehen unseres Landes gibt es ein beständiges Kommen und Gehen: Während des Kaiserreichs zum Beispiel wanderten Polen ins Ruhrgebiet ein, hunderttausende Deutsche emigrierten in die USA. In der Zeit des Nationalsozialismus waren viele Menschen zur Auswanderung gezwungen. Millionen Flüchtlinge und Vertriebene suchten nach Kriegsende in Deutschland eine neue Heimat und in den 1960er Jahren kamen Gastarbeiter aus Italien oder der Türkei nach Deutschland und blieben. Es kommen die Menschen zu Wort, die die Erfahrungen vom Aufbrechen und Ankommen gemacht haben. Sie schildern ihre Eindrücke, Empfindungen und Erlebnisse – ein gelungener Blick in die deutsche Geschichte, der auch die aktuelle globale Flüchtlingssituation einordnet und relativiert. Ein wichtiges, interessantes und zeitgemäßes Buch, nicht nur für Jugendliche. (Dr. Ulrike Clausen)
Jochen Oltmer, Nikolaus Barbian: Ein Blick in die deutsche Geschichte, Vom Ein- und Auswandern, Jacoby & Stuart Verlag, Berlin 2016, 128 Seiten, ISBN 978-3-94659-308-9, 19,95 Euro, ab 12 Jahren

Der Preisträger Februar 2017

CoverEin lebendiges Feuer

Alois Prinz schildert in seinem Buch „Ein lebendiges Feuer“ das Leben und Wirken Milena Jesenskás, einer einzigartigen Frau, die ihr facettenreiches Leben in der unruhigen und politisch gefahrvollen Zeit des Nationalsozialismus lebte. Die kurze Liebe mit dem Literaten Franz Kafka machte sie weltbekannt. Doch Milena Jesenská zeichnete sich durch viel mehr aus: Klar und klug, lässt sie sich nichts sagen – nicht vom Vater, der sie in Korsett und ordentliches Leben zwängen will. Nicht von jenen, die ihr weismachen wollen, die Nationalsozialisten hätten Gutes im Sinn. Viele Einflüsse prägten das Leben von Milena Jesenská, das sie auch nach Wien und Dresden führte. Dort arbeitete sie als Journalistin für avantgardistische Zeitschriften. Sie schrieb gegen das Terrorregime der Nationalsozialisten, kämpfte für Verfolgte und Unterdrückte und zahlte letztlich mit ihrem Leben dafür. Eindringlich und mit großem Respekt erzählt Alois Prinz über Milena Jesenská. Er zieht dabei die erst kürzlich entdeckten Briefe heran, die Milena aus dem ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück an ihren Vater und ihre Tochter Honza schrieb. Vor allem junge Leser und Leserinnen kann diese Darstellung eines Lebens, in dem ein junger Mensch seinen Wertvorstellungen treu bleibt und dennoch keine falschen Hemmungen hat, ansprechen. (Dr. Ulrike Clausen)
Alois Prinz: Ein lebendiges Feuer, Beltz & Gelberg, Weinheim 2016, 240 Seiten, ISBN 978-3-407-82177-5, 17,95 Euro, ab 14 Jahren

Der Preisträger Januar 2017

CoverDer rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten

500 Jahre Reformation – Martin Luther, der mit dem Anschlag seiner 95 Thesen an die Wittenberger Kirchentür Verantwortliche für eine neue Weltordnung, war zu seiner Zeit kein Modernisierer. Im Gegenteil, viele seiner Ansichten waren ausgesprochen konservativ. Er wollte die Kirche erneuern, aber nicht spalten. Die Autoren Christian Nürnberger und seine Frau Petra Gerster erreichen durch ihren schlichten, fast schon mündlichen Erzählduktus, auch junge Leser*innen. Diese werden von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Die Biografie liest sich wie ein spannender Roman, ohne dabei auf historische Korrektheit zu verzichten. Gerster übernimmt die Teile, in denen es um Katharina von Bora, Luthers Frau, geht. Ausführliche Quellennachweise und eine Bibliografie ergänzen das Werk. Im letzten Kapitel verlässt der Autor die historische Darstellung und bezieht selbst Stellung zur Bedeutung der evangelischen Kirche in der heutigen Zeit. Eine beeindruckende, unterhaltsame und lehrreiche Lektüre zu Luther und seiner Zeit, die aus der Vielzahl der zum Jubiläumsjahr schon erschienenen Titel heraussticht und keinen Moment lang mit dem erhobenen Zeigefinger argumentiert. (Dr. Ulrike Clausen)
Christian Nürnberger, Petra Gerster: Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten – Martin Luther, Gabriel Verlag 2016, 208 Seiten, ISBN 978-3-522-30419-1, 14,99 Euro, ab 12 Jahren

Der Preisträger Dezember 2016

CoverWow – Die Erde!

Wie entstand eigentlich unsere Erde? Woraus besteht sie und wie alt ist sie? Diese und noch viele weitere Fragen rund um unseren schönen Planeten beantwortet Marc ter Horst in „Wow – Die Erde! Entdecke unseren wunderbaren Planeten“. Er nimmt Leser*innen mit auf eine spannende Reise: Vom Erdkern bis zur obersten Schicht der Erdatmosphäre, vom Regenwald über den Äquator bis zu den Schneeflächen an den Polen, und von der Geburt der Erde bis zu ihrem unvermeidbaren Ende. Themen wie zum Beispiel der Klimawandel, der Urknall oder die Erforschung des Erdinneren erläutert der Autor ebenfalls leicht verständlich und sehr bildhaft. Mit jedem Umblättern einer neuen Seite taucht man tiefer in die Materie ein und erfährt Überraschendes und Faszinierendes über unseren Planeten Erde. Durch die wunderschönen Illus­trationen von Wendy Panders wird das besprochene Thema zusätzlich veranschaulicht und die umfangreichen Fakten grafisch dargestellt. Zahlreiche Rätsel und Bastelideen vertiefen das zuvor Gelesene. Der Autor schafft es, die beeindruckende Wissenschaft von Anfang bis Ende spannend und in leichtem Ton zu erzählen und nicht nur aufzuzählen.
(Dr. Ulrike Clausen)
Marc ter Horst (Text), Wendy Panders (Illustrationen): Wow – Die Erde! Entdecke unseren wunderbaren Planeten, Carlsen Verlag, Hamburg 2016,
116 Seiten, ISBN 978-3-551-25032-2, 16,99 Euro, ab 10 Jahren

Der Preisträger November 2016

CoverWir schweigen nicht!

Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten Widerstandsgruppe des Dritten Reiches. Kern der Gruppe waren die Geschwister Sophie und Hans Scholl, Christoph Probst, Willi Graf, Alexander Schmorell und Professor Kurt Huber. In den Jahren 1942 und 1943 verbreitete die Gruppe mehrere Flugblätter, mit denen sie die Bevölkerung zum Widerstand gegen das NS-Regime aufrief. Mit Mut, Entschlossenheit und Courage sich gegen die Nazi-Diktatur zur Wehr zu setzen, bezahlten die Sechs jedoch mit ihrem Leben. Das Buch von Anja Tuckermann lässt die Leser*innen hautnah in Wort und Bild nachempfinden, wie diese jungen Leute ihren Weg im Widerstand mutig und aufrecht bis zu Ende gingen. Kapitelbegleitend erzählen dazu 20 Student*innen von heute über ihre eigenen Erfahrungen, Wünsche oder Lebenskonzepte. Deutlicher Diskussions- und Denkstoff für die jungen Leser*innen. Viele Bilder und Originaldokumente illustrieren das Buch und sind zugleich beeindruckende Zeugen der Zeit. Zudem helfen Steckbriefe, Zeittafel und Glossar, die historischen Zusammenhängen zu verstehen. Es ist ein sehr wichtiges Buch über einen dunklen Teil der deutschen Geschichte, aktuell und berührend zugleich. (Ronald Gohr)
Anja Tuckermann: Wir schweigen nicht! Der Weg der Weißen Rose und der Geschwister Scholl in den Widerstand, Arena Verlag, Würzburg 2016, 280 Seiten, ISBN 978-3-401-06854-1, 14,99 Euro, ab 12 Jahren

Der Preisträger Oktober 2016

CoverBienen

Kirschen, Karotten, Kürbisse – darauf müssten wir verzichten, gäbe es die Bienen nicht. Wer hätte gedacht, dass die kleinen, fleißigen Insekten 71 von 100 Nutzpflanzen bestäuben und sie nur deshalb Früchte tragen?! Kein Wunder also, dass Bienen schon von den Steinzeitmenschen verehrt wurden. Selbst der französische Staatsmann Napoleon Bonaparte instrumentalisierte die den Bienen nachgesagten Tugenden Fleiß, Arbeitseifer und Ordnung und ließ sie auf seinen Krönungsmantel sticken. Der Autor Piotr Socha, selbst Sohn eines Imkers, hat ein wahrhaft großartiges Buch über die fleißigen Insekten geschaffen: wissenschaftlich aktuell, detailreich und witzig. Die bunten, großformatigen, doppelseitigen Bildtafeln ergänzen das geballte Wissen des Buches und visualisieren das Leben im Bienenstock, veranschaulichen die klaren Strukturen und Hierarchien im Volk und übersetzen die Bienentänze. Zudem erfährt man Genaueres zur Lebens- und Entwicklungsgeschichte der Insekten. Spannend und unterhaltsam wird auch die Arbeit des Imkers vorgestellt sowie ein Ausblick in die Bionik gegeben. Eine kluge wie kunstvolle Liebeserklärung an die Bienen. Vom Verlag ab 5 Jahren empfohlen, sind wir jedoch der Meinung, dass dies sehr anspruchsvolle Buch ab 7 Jahren geeigneter ist. (Dr. Ulrike Clausen)
Piotr Socha: Bienen, Gerstenberg, 80 Seiten, Hildesheim 2016,
ISBN 978-3-8369-5915-5, 24,95 Euro

Der Preisträger September 2016

CoverSteve Jobs

Guru, Visionär, Tyrann, Erfinder, Verkäufer, Apple-Gründer – es gibt viele Geschichten über Steve Jobs. Zusammen ergeben sie das wahnsinnig geniale Leben einer der schillerndsten Persönlichkeiten unserer Zeit. Wer weiß schon, was den Erfinder des iPhones mit „Findet Nemo“ verbindet? Oder wieso er sein Unternehmen nach Obst benannt hat? Antworten darauf gibt die Comic-Biographie über den einzigartigen Visionär, der stets an sich selbst und seine Ideen geglaubt hat. Untermalt mit schlichten, leicht karikativen Zeichnungen, skizziert Jessie Hartland das Leben von Steve Jobs. Die Autorin hat sich durch einen 1,5 Meter hohen Materialstapel gewühlt und ein Buch geschaffen, das Lesende in seiner kurzweiligen Form einfängt. Wir erhalten einen sehr anschaulichen Einblick in die Entwicklung eines facettenreichen Menschen, der nicht einfach war. Getrieben von Neugier, Ehrgeiz und kuriosen Ideen, formte er das Leben nach seinen eigenen Maßstäben. Steve Jobs war ein revolutionärer Erfinder, dem allerdings das Gespür für den Umgang mit Menschen, ein Gespür fürs Zwischenmenschliche fehlte. Der Autorin ist es gelungen, auf diesen wenigen Buchseiten eine aussagekräftige Biografie zu erstellen. Sie bringt die Fakten ohne überflüssige Querverweise oder Untermalungen hervor und schafft es, diese in Wort und Bild unterhaltsam, informativ und witzig darzustellen. (Dr. Ulrike Clausen)
Jessie Hartland: Steve Jobs – Das wahnsinnig geniale Leben des iPhone-Erfinders. Eine Comic-Biographie, Fischer Verlag, 240 Seiten, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-7373-4027-4, 16,99 Euro, ab 8 Jahren

Der Preisträger August 2016

CoverIss was?! Tiere, Fleisch & ich

Unser EMYS-Sachbuchpreisträger im August „Iss was?! Tiere, Fleisch & ich“, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung, ist ein wichtiges, informatives und vielleicht auch etwas unbequemes Buch, das dem/der Lesenden nicht den Appetit auf Fleisch verderben, wohl aber klarmachen will, dass alles seinen Preis hat. Und den Preis für allzu billiges Fleisch zahlen die Tiere und letztendlich auch wir Menschen. Das Buch klärt darüber auf, welche Auswirkungen unser Fleischkonsum auf die Gesundheit und Umwelt hat oder wie es um die Gerechtigkeit gegenüber den Landwirten bestellt ist … Und wer weiß eigentlich, wie viele Hektar Land für die Produktion eines einzigen Hamburgers nötig sind? Diese und viele weitere Fragen beantwortet das Buch und bringt die Lesenden zum Staunen, legt aktuelle Daten und Fakten auf den Tisch und regt zum Nachdenken an. Jedoch finden sich auch schockierende Details rund um unseren Fleischhunger wieder, die bei dem einen oder der anderen ein unbehagliches Gefühl hervorrufen können. Mit knappen Texten und frischen Infografiken und sachlich gehaltenen, nicht moralisierenden Texten und Informationen überzeugte das Buch die EMYS-Jury.
(Dr. Ulrike Clausen)
Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.), Gesine Grotrian (Konzeption und Illus­tration): Iss was?! Tiere, Fleisch & ich, Berlin 2016, 140 Seiten, ISBN 978-3-86928-150-6, gratis (mit Versandkostenbeteiligung), ab 12 Jahren

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